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Wissenschaftlicher
Hintergrund
Die Bedeutung der Mikrotopographie von Implantatoberflächen für
das Einheilverhalten enossaler Implantate steht seit vielen Jahren
im Fokus der Forschung.
Zunächst hatte man sich auf die Betrachtung unterschiedlicher
Rauigkeitsgrade beschränkt
und den Langzeiterfolg mit dem Parameter "survival rate" betrachtet.
Erst seit kurzer Zeit wird bei der Beurteilung von Implantatoberflächen
eine verstärkte Aufmerksamkeit auf die zellulären Interaktionen
gelegt.
Neuere Studien betrachten das Verhalten von Osteoblasten auf verbesserten
Implantatoberflächen im Vergleich zu anderen bekannten Oberflächenmikrotopografien.
Parameter wie Proteinadsorption, Benetzbarkeit und Grad der Hydrophilie,
oder auch chemische Dotierung der Oberfläche werden interpretiert
als besonders vorteilhaft für ein beschleunigtes Einheilverhalten
und Langzeiterfolg.
Die viel versprechenden Interpretationen konnten nach unserem Ermessen
nicht durch eine klinisch signifikante Verbesserung der Osseointegration
bestätigt werden.
Dies haben wir zum Anlass genommen, interdisziplinäre Grundlagenforschung
zu betreiben und eine neue Generation von biologisierten Implantatoberflächen
zu entwickeln. Als Ziel in unseren Studien haben wir Parameter gewählt,
die definitiv klinisch relevant sind, die Schlussfolgerungen sollten
auf Fakten beruhen und nicht auf Interpretationen mit spekulativem
Risiko. Basierend auf den Erkenntnissen einer früheren vergleichenden
Studie, bei der Zellattachment und -differenzierung auf sieben
verschiedenen Oberflächen (TiUnite, Osseotite, SLA, TPS,
machined, DPS und Cellplus) betrachtet wurden, fokussierte sich unsere
Forschung auf ein optimales Zellattachment.
Das Differenzierungsverhalten und die Proliferationszeit bis hin zur
Synthese extrazellulärer Matrix ist stark abhängig von
der Stärke des zellulären Attachments.
Im Vergleich verschiedener Oberflächentopographien haben wir untersucht,
welche Zusammenhänge von Strukturen und
Art des Attachments bestehen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Osteoblasten
mit ihren Ausläufern, den sogenannten
Pseudopodien, regelmässig an sehr feinen Strukturen Kontakt suchen,
die eine Ausdehnung deutlich unterhalb eines Mikrometers haben.
Von der Makro-Rauigkeit zur Nanotechnologie und Biomimetik
Die Nanoscience
beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Herstellung
von Oberflächenstrukturen im Nanometerbereich. Die Bedeutung
von Nanostrukturen für Zellattachment und -differenzierung sind
bereits hinreichend bekannt.
Aufgrund der Ähnlichkeit in der Dimension wird angenommen, dass
diese Nanostrukturen von den Osteoblasten als kollagene Strukturen
erkannt werden und somit keinerlei Fremdkörperreaktionen auftreten.
Diese Eigenschaft der Oberfläche wird als biomimetisch bezeichnet.
Die Technologien zur Herstellung von nanostrukturierten Oberflächen
wurden durch verschiedene Ansätze realisiert. Unser Ziel war es,
eine kontaminationsfreie Oberfläche aus Reintitan herzustellen,
die sich durch eine homogene Verteilung Nanostrukturen
auszeichnet.
Umfangreiche Untersuchungen und Testreihen in enger Zusammenarbeit
mit universitären Instituten haben zur Entwicklung unserer
Technologie zur Nanostrukturierung geführt. Uns ist es gelungen,
erstmalig eine nanoporöse Titanoberfläche durch
rein subtraktive Maßnahmen zu erzeugen.
Kontaminationsfrei
Puretex steht für tex = texture, also Oberflächenmikrotopografie,
und pure für purity, also Reinheit. Mit Puretex haben wir eine
neue Dekontaminierungstechnologie implementiert, die eine höchste
Reinheit der Oberfläche erzeugt.
In einer Untersuchung zeigte sich, dasse mögliche
Kontaminationen unterhalb der Nachweisgrenze der hochempfindlichen
Messmethode waren.
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